E-Paper - 04. Juli 2018
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«dütsch und dütlich»

Eine Schweinerei!

Die Spitze eines Ohres. Dann eine Schnauze. Ein Tier am anderen, eng gepfercht. Haben Sie schon mal einen Schweinetransporter überholt? Jedes Mal kommen mir fast die Tränen. Und der Transport ist noch nicht einmal das Schlimmste. Im Gegenteil. Ohne den Massentiertransport schön reden zu wollen, sehen sie dabei immerhin das erste und letzte Mal in ihrem Leben den Himmel. Geboren in einem Stall ohne Tageslicht, direkt auf den Betonboden. Von klein an gemästet, bis sie genug gross sind, geschlachtet zu werden. Endlich raus aus dem Stall, endlich frische Luft. Lange währt die Freude nicht. Reingetrieben in die Lastwagen ragen die Tiere ihre Nasen Richtung Himmel. Am Schlachthof angekommen, kurz ein Blick in den Himmel, dann ist das Leben vorbei. Was für ein Leben? Geboren um zu sterben. Dass diese Art der Schweinehaltung in der Schweiz noch immer legal ist und geduldet wird, kann ich nicht verstehen. Solange das Fleisch zu solch günstigen Preisen verkauft und leider gekauft wird, haben die Tiere keine Chance auf eine Verbesserung. Gemäss Schweizer Tierschutzgesetz ist die tiergerechte Haltung und Pflege von Nutztieren die Grundlage für eine gute Gesundheit von Tieren. Dass Schweine eigentlich in Erdhöhlen schlafen, meist in der Nähe von Gewässern leben, Schlammbäder und das Schwimmen lieben, wird ignoriert. Solange der Endverbraucher die tiefen Fleischpreise nicht hinterfragt, wird sich nichts ändern. Vielleicht denken Sie das nächste Mal beim Überholen eines Schweinetransporters oder beim Vorbeifahren an einem Schweinestall an meine Zeilen und greifen in Zukunft nicht mehr zum Billigfleisch im Supermarkt?

Tamara Schäpper

Winterthurer Zeitung vom Mittwoch, 4. Juli 2018, Seite 30 (22 Views)

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